Sommer Open Air Itzehoe 2004 - zur Fotogalerie

Der Ballermann kam in den Norden !!!
Erstes Mallorca-Open-Air in Itzehoe lockte 2000 Party und Pistengänger...
(mit Interviews Jürgen Drews, Mickie Krause, Schnitte und BB Jürgen)

Samstag, 21.August Itzehoe. 10.00 Uhr. Es regnet seit Stunden wie aus Sangria-Eimern. Die Aufbauer und Helfer der Mallorca Party im Itzehoer Stadion sind zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht zu beneiden.Um 14.00 Uhr soll die größte Malle-Party starten, die Itzehoe je erlebt hat, und Petrus scheint so gar nicht in „Ballermannstimmung“ zu sein...
Dabei bietet Veranstalter Arne Stäcker mit Stars wie Jürgen Drews, Mickie Krause, BigBrother Jürgen, Schnitte, Markus Becker, Peter Wackel, Olaf Henning Das Fiasko u.v.m. ein grandioses Line-Up !
Mit dem Startschuss der Veranstaltung legt die Stimmungskapelle „Das Fiasko“ gleich mit vollem Kurs in Richtung „Party“ ab...ein Blues Brother taucht zu Beginn des energiegeladenen Programmes auf, heizt den ersten Fans vor der Bühne kräftig ein und Nena´s 99 Luftballons steigen in den leider immer noch bedeckten Himmel.
Und dann kommt sie - die „Schnalle von Malle“ ! „Schnitte“ , die neue Königin des Ballermanns ist in Itzehoe am Start. Die Bildzeitung betitelte sie unlängst zur schärfsten Schnitte Mallorcas, und das ist ausnahmsweise mal die „nackte“ die Wahrheit ! Schnitte betritt die Partybühne und in Itzehoe (sowie im Herzen meines Fotografens und mir) ging die Sonne auf ! Seit ihrem Hit „An der Nase des Mannes“ gehört Schnitte zu den angesagten Spanien-Acts, die im Oberbayern oder im Megapark die Fans begeistern. Eine tolle Show, eine total sympathische Künstlerin, von der wir hoffentlich noch sehr viel hören werden.
BigBrother Jürgen stürmt im Anschluss auf die Bühne. Jürgen ist und bleibt ein großer Sympathieträger. Der Mann, dem alle Frauen ein Küsschen geben und mit dem alle Männer am Tresen einen trinken wollen ! Anfänglich noch von Kritikern belächelt, hat es Jürgen allen gezeigt. Er kann mehr, als nur der „große Bruder“ sein, und bringt seine Partysongs mit einer unheimlichen Power an das bestens gelaunte und textsichere Publikum. Dabei steht für Jürgen außer Frage, das seine Lieder niveauvoll sein müssen, und nicht unter die Gürtellinie gehen dürfen. Jürgen gehört ganz klar zu den etablierten Partymachern Deutschlands, und man merkt einfach, dass es ihm tierischen Spass bringt, was er da macht.
Dies gilt auch für den aus Süddeutschland kommenden Markus Becker (Mallorca, hey wir kommen), der ebenfalls zu den Stars der Veranstaltung gehört, und sich zusammen mit Jürgen im Anschluß an seine Show viel Zeit für Autogramme und Fragen der sogar aus dem Ruhrpott angereisten Fans nimmt. Während „Das Fiasko“ ein zweites Mal richtig Gas gibt, und der gutgelaunte Moderator „Teddy“ durch heitere Ballermann-Spielchen die inzwischen 2000 feiernden Partygäste unterhält, reist im Backstagebereich der „König von Mallorca“ an. Jürgen Drews nimmt sich die Zeit für ein ausführliches Interview mit mir, und singt sogar exclusiv seinen neuen Hit, der noch gar nicht so richtig erschienen ist, ins Diktiergerät. (Das Interview mit den Malle-Stars bekommt ihr im Anschluss...) Was dann folgt ist, wer hätte etwas anderes erwartet, eine volle Schlagerladung mit allen Drews Hits der letzten Jahrzehnte ! Das eingefleischte Ballermannpublikum ist außer Rand und Band, der „König“ schreibt sogar während seiner Show unzählige Autogramme - egal ob auf Turnschuhe, T-Shirts, BH´s oder gleich auf die nackte Haut. Jürgens 82 jährige Mutter ist natürlich auch mit dabei, und schaut sich das turbulente Treiben direkt aus der ersten Reihe aus ihrem Rollstuhl an...Jürgen: „Benehmt euch gut, meine Mama ist heute dabei !“ Das Publikum kocht vor Begeisterung, bleibt aber artig, und so läßt sich auch der König nicht lumpen, und „badet“ nach reichlich Zugaben noch ein bischen im euphorischen Volke, schreibt noch mehr Autogramme und läßt sich bereitwillig mit seinen glücklichen Untertanen fotografieren. Als dann der Party-Mega-Trasher „Mickie Krause“ (Geh´ doch zu Hause, du alte Scheiße) auf die Bühne fegt, sucht Onkel Jürgen lieber das Weite, und fährt Mutter Drews wieder pünktlich zum Abendbrot zurück ins Altersheim.
Auf der Mallorcabühne im Itzehoer Stadion dagegen geht die Stimmungskurve zu diesem Zeitpunkt noch einmal steil nach oben. Mickie Krause (ich sag euch, die Haare sind echt !)
läßt keine Wünsche offen und hat die mittlerweile gut aufgetankten Fans sofort auf seiner Seite. Auf Mickies Begrüßung: „Klasse, das ihr euch auf mein Niveau herunter gesoffen habt - Prost ihr Säcke!“ schallt es lauthals aus der Gegenrichtung „Prost du Sack !“ in den Itzehoer Sommerhimmel. Was dann folgt ist ein Feuerwerk von Krause-Klassikern : Zehn nackte Friseusen flitzen über die Bühne und der ebenfalls selbst ernannte König von Mallorca II steht tatsächlich immer noch, wie sollte es auch anders sein, total auf Möpse... gut, dass die Nordsee heute nicht weit entfernt ist und Mickie sich für die Heimfahrt mit ein paar Möpsen direkt vom Kutter eindecken kann.
Den Veranstaltern, allen voran Eventmanager Arne Stäcker (www.arnestaecker.de) muss unterm Strich unbedingt eine hervorragend organisierte Veranstaltung mit vielen Highlights, korrekten Getränke- und Essenspreisen und einem außergewöhnlichen Flair bescheinigt werden. Am Vormittag des Veranstaltungstages ließ Arne noch die originalen Gogo-Dancer direkt aus dem Megapark einfliegen. Allerdings konnte er eine leichte Enttäuschung nicht unterdrücken, war doch die Resonanz mit 2000 Gästen bei diesem riesigen Aufwand etwas schwach. Wir hatten auf jeden Fall mächtig viel Spaß, Schnitte hat zwei echte Fans dazu gewonnen, von den anderen Party-Machern sind wir eh seit Jahren begeistert und wir freuen uns schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr !

Weitere Infos unter www.open-air-itzehoe.de




Danke an dieser Stelle an die Agentur Beverly aus Köln, Barbara Rosendahl, Arne Stäcker + Crew und an die Künstler: BigBrother Jürgen, Schnitte, Jürgen Drews und Mickie Krause für die nun folgenden Interviews:

Ihr seit als Künstler viel unterwegs, eine Party jagt die Nächste. Was sagt Ihr als Fachmänner und Fachfrau zu der weitläufigen Meinung, im hohen Norden kommen die Leute nur schwerlich aus sich heraus? Gibt es Unterschiede zum Süden oder rockt der Norden auch?

BB-Jürgen: Ich bin ja schon in allen Städten Deutschlands gewesen, und muss sagen, der Norden ist bei den Stimmungsmachern ganz vorne mit dabei. Ein ganz schlimmes Publikum, da bin ich auch ganz ehrlich, das sind die Hessen. Da ist bei uns bei Beerdigungen mehr los als bei denen bei Mallorcapartys...

Mickie Krause: Ich bin seit vielen vielen Jahren oft im Norden vertreten, selbst als es Mickie Krause noch gar nicht in der Form gab - ich kenne selbst Heide, Husum und Schnick und Schnack und ich glaube, das der Norden sogar fast ein bischen besser feiern kann als der Süden.

Jürgen Drews: Es gibt nicht von ungefähr in unserer Branche den Begriff „Nord-Süd-Gefälle“. Das heißt: Es fällt ab in den Süden! Es mag an der guten Luft liegen, dass die Leute im Norden schneller diese Auffassungsgabe haben. Im Norden sind die Leute auch ehrlicher. Hier kann es dir passieren, dass dich die Menschen hier von der Bühne holen und pfeifen, wenn die keinen Bock auf dich haben. Die Schleswig-Holsteiner kennen da nix, weder Freund noch Feind....das ist Schleswig-Holstein.

Schnitte: Heute hier in Itzhoe war das auf jeden Fall nicht so. Die Leute sind hier super drauf !

Ihr habt heute fast alle noch einen weiteren Auftritt auf Eurem Programm. Das ist doch eigentlich Stress pur - Wie schaffst Ihr es, das der Spaß dabei nicht auf der Strecke bleibt ?

BB-Jürgen: Also erstmal muss ich sagen, zwei Auftritte am Tag, das ist bei mir eigentlich locker zu schaffen, der Rekord liegt bei mir bei 7 Auftritten am Tag, zur Karnevalszeit zum Beispiel. Das ist dann schon sehr heftig, und man muss sich dann schon immer wieder motovieren. Aber ich habe ein sehr glückliches Familienleben, und ich treibe viel Sport. Wenn das nicht so wäre, würde ich diesen Stress glaube ich auch nicht schaffen.

Mickie Krause: Ich habe heute eine sehr attraktive Frau mitgenommen, die ich mir während der Autofahrt immer mal wieder ansehen kann - aber nein, es ist mittlerweile ein Job wie jeder andere. Andere Leute gehen 40 Stunden in der Woche arbeiten, müssen auch jeden Morgen losfahren, und ich fahr halt am Samstag los. Zwischendurch geh ich mal einen Trinken oder schön essen, oder mach mit meiner Familie Urlaub. Morgen flieg´ ich mit meiner Familie nach Mallorca, und das ist dann die Erholung für mich.

Schnitte: Ich helfe mir eigentlich selbst den Stress durchzustehen. Ich bin immer viel unterwegs, und meine Freunde haben einen ganz normalen Beruf , da ist es manchmal schwer mit denen über diese Dinge hier zu sprechen. Aber das ist mein Leben, mir macht das Spaß und für mich ist das ein positiver Stress.

Ihr gehört ja zu einer Gruppe von Künstlern, die sich auf dieser Partyschiene alle total etabliert haben. Gute Laune, Party bis zum Abwinken das wird oft zwangsläufig von Euch erwartet.Kritiker nehmen euch , oder die Kunst die dahinter steckt vielleicht aber auch gerade darum manchmal nicht so richtig ernst .Wie begegnet Ihr diesen Leuten?

BB-Jürgen: Zum Anfang, als mit Slatko diese „Große Bruder Nummer“ raus kam, da haben einige Leute geschmunzelt, und waren sehr skeptisch. Da habe ich eigentlich den Ehrgeiz besessen zu sagen: Ich kann noch mehr, ich will beweisen, daß mir das Spaß macht. Genau wie andere Künstler, die auf der Bühne stehen. Das habe ich bewiesen und ich habe jetzt im vierten Jahr hintereinander einen Vertrag auf Mallorca bekommen, in einer der größten Diskotheken da, und bin einer der meist gebuchten Partykünstler Deutschlands geworden - zusammen mit Mickie Krause und Jürgen Drews.

Jürgen Drews: Ich nehme mich ja auch nicht ernst, und das ist auch der Grund, warum ich erfolgreich bin.
Wenn ich mich ernst nehmen würde, könnte ich mir gleich einen Strick nehmen. Denn das was ich mache ist Party-Trash. Trash heißt übersetzt „Müll“. Das heißt nicht, dass du jetzt Schrott und Müll so einfach produzieren kannst. Der Schmackes muss dennoch rüber kommen. Aber ich bezeichne es nicht als hochwertige Musik. Ich verkaufe es als Partymusik.

Schnitte: Solange Kritiker über uns schreiben und sich den Mund fusselig reden, weiß man immer, das man interessant ist. Aber eigentlich mache ich mir nichts daraus.

Mickie Krause: Ich habe kein Problem damit, nicht ernst genommen zu werden. Ich lege auch gar keinen Wert darauf ernst genommen zu werden. Ich bin ja jemand, der Partymusik macht. Ich sorge für Stimmung, und meine Laune ist aus diesem Grund erstmal immer gut Was Kritker von mir halten, ist mir eigentlich völlig egal. Solange noch 3 Leute vor der Bühne stehen und Spaß haben, mache ich das Richtige !

Was ratet Ihr jungen Kollegen, die ebenfalls in dieser Partyszene Fuß fassen wollen?

BB-Jürgen: Es ist ein sehr hartes Geschäft. Wenn man nicht den Bekanntheitsgrad hat, wie ich jetzt durch BigBrother, dann ist es sehr heftig. Mann muss sehr kämpfen, man sollte sich nicht verheizen lassen, und das Wichtigste ist: Man muss Spaß an der Sache haben ! Die Menschen merken das sofort, wenn das nicht so ist.

Jürgen Drews: Was rätst du einem, wenn du es selber nicht weißt? Du kannst nur sagen: Mach dein Ding so professionell wie möglich, versuche es so locker wie möglich rüber zu bringen. Lass dich beraten, oder hab selber den Bauch. Wer einen Hit hat hat immer Recht, und wer keinen Hit hat, der hat halt immer Unrecht.

Ok, letzte Frage an Euch: Wohin geht Ihr, wenn Ihr selbst richtig abfeiern wollt?
Gibt es eine Lieblingsband?

BB-Jürgen: Ich hab kein Bock auf abfeiern. (lacht) Meine Sturm und Drangzeit war zwischen 20 und 30. Ich habe so viele Auftritte und kein Bock mehr auf abfeiern. Familie, Familie, Familie das ist mein Hafen, wo ich meine Seele dann baumeln lassen kann.

Mickie Krause: Das ist meine eigene Band, die Mickie Krause Band. Die 2. beste Band der Welt...Ich selbst geh los, wenn irgendwo bei mir ´ne Kirmes ist, wenn Stadtfest ist und dort Bands auftreten. Ich gehe aber auch gerne z.B. zu einem Sting Konzert - oder vor ein paar Wochen, da war ich bei Peter Gabriel, das ist zwar nicht unbedingt das, was man von Mickie Krause erwartet, aber wenn ich losgehe, dann immer unter der Woche, denn am Wochenende muss ich ja arbeiten.

Schnitte: Ich interessiere mich sehr für Soul und Jazz, das ist die musikalische Ecke, aus der ich komme. In Köln geh´ ich dann auf derartige Livekonzerte.


Interview und Bericht: Cappy Petersen


 

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